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Brauereistraße, Goethe-Schule, Ernst-Thälmann-Straße, FNG

Ein historischer Spaziergang durch die Brauereistraße, Goethe-Schule und Ernst-Thälmann-Straße von Neustadt-Glewe.

(von Gerhard Düker)

 

 

1899 wird das Baugrundstück für das Haus Wabler Straße 06 bereitgestellt.

Bereits 1931 finden wir hier einen Konsum.

Auch zu DDR-Zeiten hatten wir hier einen Konsum.

Nach der Wende betrieb Frau Behrens für einige Jahre eine Niederlassung von Quelle. Danach stand das Haus leer. Der Abriss des Hauses Wabeler Straße 06 erfolgte im Juli 2008.

Brauereistr. 02a

Brauereistr. 02 (Baugenehmigung 1892 erteilt) und 03

Die Brauerei-Str. 03 im Jahr 2001 …

und Anfang 2005.

Am 04.November 1895 erwirbt Malermeister Carl Ditten das Eckgrundstück in der heutigen Mittelstraße/Brauereistraße.

Später finden wir hier Kaufmann Friedrich Streuber. Er verlegt 1928 den Haupteingang in die Mittelstraße.

Zu DDR-Zeiten befindet sich im linken Flügel des Hauses Breitscheidstraße 04 ein HO-Lebensmittelladen.

Er wurde 1972 nach Eröffnung der Kaufhalle geschlossen.

Biegen wir hier nun in die Mittelstraße ein.

Diesen Namen finden wir in der Liste von 1917.

Hinter der Brauereistraße 04 (Eckhaus) steht das Haus Mittelstraße 06.

Die Baugenehmigung für das Haus Mittelstraße 05 erfolgte 1898 an Bahlcke (der gelbe Putzbau auf der linken Seite), für die Nr. 04 (dahinter) ein Jahr später für Hamann.

1917 werden schon alle 05 Häuser in der Mittelstraße genannt.

Johannes Bandow gründete 1938 in der Mittelstraße 06 eine Bau- und Möbeltischlerei.

Das Grundstück Mittelstraße 03. Es ist als solches eigentlich gar nicht zu erkennen.

1885 wohnt hier in der Fronerei 203A der Froner Töppel.

Noch 1914 ist ein Brief, der an die ehemalige Mittelstraße 03 gerichtet ist, mit der Aufschrift „Fronerei“ adressiert.

Hier biegt die Mittelstraße in Richtung Wabeler Platz ab.

In der Bildmitte sehen wir das ehemalige Pförtner- und Verwaltungsgebäude der Kartoffelstärkefabrik, ab 1886 Pförtnergebäude der Johann-Albrechts-Werke.

1885 hat die Mittelstraße 01 die Anschrift Stärkefabrik 242, 1914 ist es noch die Fabrikstraße ehemalige Johann-Albrechts-Werke).

Die Mittelstraße 02 war erst Lagerhaus für die Firma van den Hövel (Landbaumaschinenhersteller), wird aber schon 1917 als Wohnhaus genannt.

Dieses Haus Wabeler Straße 01 soll um1880 gebaut worden sein und der Firma van den Hövel gehört haben.

1912 oder 1913 wurde dieses Gebäude von Bauunternehmer Johann Kurz gekauft, ebenfalls als Lager, Garage und Stallung. 1933 wurden 5 Wohnungen eingebaut.

Dort, wo das ehemalige Pförtnerhaus steht, beginnt die Mittelstraße, der „Rest“ gehört zum „Wabeler Platz“.

Wir beenden den Rundgang durch die Mittelstraße und befinden uns nun wieder in der Brauereistraße.

Die Baugenehmigung für das Haus Brauereistraße 05 wurde 1896 erteilt.

Hier (am rechten Bildrand) wohnten 1925 02 Pantinenmacher, 01 Bahnwärter und 01 Stellmacher.

In der Liste von 1925 sind in der Brauereistraße viele Pantinenmacher vermerkt.

Im Haus Brauereistraße 07 wohnt 1925 der Pantinenmacher Friedrich Schoof.

Im Wohnhaus hatten wir nach der Wende für kurze Zeit ein privates Geschäft für Gartenbedarf. Es hielt sich nicht lange und musste geschlossen werden.

2013 wurde es von Bäckermeister Thomas Mahnke, der es erworben hatte, abgerissen.

In der Brauereistraße 08 wohnte 1925 u.a. der Pantinenmacher Wilhelm Schulz. Er hatte das Haus 1908 erworben.

Die Baugenehmigungen für die Häuser Nummer 07 und 08 wurden 1898 erteilt.

Nach dem Umbau zu einer Bäckerei wurde diese am 28.Oktober 1926 von seinem Sohn Richard Schulz eröffnet.

Diese Aufnahme entstand 1927 oder 1928. Auf jeden Fall stand schon die Schule.

Diese Aufnahme entstand 1938.

Noch einmal zurück zur Ecke Wabeler-Straße – Brauereistraße 06. Die heutige Brauereistraße 01 (Die Nummerierung der Häuser wurde zwischenzeitlich geändert.) war das Wohnhaus des Brauereibesitzers Ludwig Stüdemann (Villa Stüdemann). 1925 wohnte hier auch Hermann Züchtig. Er war in Neustadt Ratsherr von 1917 bis 1931.

Am 16.Juli 1919 erhält das Grundstück eine heutige Größe. Stüdemann stirbt 73jährig im April 1929.

1935 gehört es Konsul F. Hagen von der Firma Thams & Garfs (Hamburger Kaffee-Lager).

Der Architekt Eckard Schön erwarb das Haus 2002 und sanierte es. Seit September 2003 befinden sich hier sein Architektenbüro, das Sonnenstudio Thorban und drei Wohnungen.

Dieses Wohnhauses lag gegenüber der Villa Stüdemann in Richtung Bahnhof.

Im April 2008 wurde mit dem Abriss des Hauses begonnen.

In der Schoss-Brauerei, gegründet 1891, erfolgte die Produktion ab 01.Oktober 1892. Nach fast 25-jähriger Produktion musste sie Konkurs anmelden.

Der Lageplan der Brauerei vom 29. Juli 1893. 1919 wurde das Grundstück Villa Stüdemann (auf dem Plan rechts) abgetrennt

Hier eine Aufnahme vom Hof der Brauerei. Es wurden im Jahr 20.000 bis 30.000 Liter Bier gebraut. Von Kennern wurde die Qualität des Bieres geschätzt, was nicht zuletzt auf die gute Qualität des Neustädter Wassers zurückzuführen war.

 

Eine Postkarte mit Poststempel von 1901und der Darstellungen der Brauerei.

Ein erhalten gebliebener Bierdeckel der Neustädter Brauerei.

1919 siedelte sich auf dem Gelände der Brauerei die Mecklenburgische Fleischwarenfabrik Emil Lücke an. 1926 musste die Firma Konkurs anmelden.

Am 06.Dezember 1937 eröffnete der Hausschlachter Rudolf Schliemann auf dem Gelände der ehemaligen Schlachterei eine Räucherei. Seit dem 23.November 1938 wurde er von dem Hausschlachter Helmut Prahl unterstützt.

Ab November 1944 befindet sich hier die Gummifabrik Schröder aus Lübeck. Nach deren Schließung wurden die Räumlichkeiten vom VEB Funkmechanik als Lager genutzt. 1961 zog der „VEB Tieraufzuchtmittelwerk“ auf diesem Gelände ein. Dieser Betrieb ging 1960 aus dem „Neustädter Pharmazeutischen Werk“ hervor, der bis dahin im Saal des Burghotels untergebracht war.

Diese Anzeige stammt aus der „SVZ“ vom 31.Aug. 1960.

Nach der Wende wird das Gebäude schrittweise saniert und zu Wohnungen umgebaut.

Gegenüber haben wir die ehemalige BHG. Nach der Wende fand die „Neu“-Eröffnung unter der Bezeichnung RBZ-BHG Bau- und Garten-Fachmarkt am 01.November 1991 statt. Die Halle wurde vom Verband für Einkäufe, BayWa, geleitet. Für die Baustoffabteilung war Herr Merten zuständig. Nach dem Weggang von Herrn Merten wurde sie dem BayWa-Markt zugeordnet.

Der Abriss einiger Gebäude der ehemaligen Fleischwarenfabrik erfolgte vermutlich in den 1930er Jahren.

1935 wurde der Schornstein gesprengt. Während des Krieges ließ sich auf dem Gelände eine Gummifabrik nieder.

Am 08.Dezember 1994 eröffnete in der heutigen Brauereistraße 01 A das Blumenhaus Fred Frederich. Das alte Gebäude musste weichen.

Auch dem Neubau der heutigen Brauereistraße 1 B musste ein altes Gebäude weichen. In diesem Haus finden wir heute das Geschäft von Gerd Hiller für Geschenke, Lottoannahme usw., eröffnet 2003. Dann haben wir hier einen Büroservice und die Zahnarztpraxis von Frau Sybille Diederich.

Ein Blick in die Brauerei-Straße in den 1990er Jahren.

Im September/Oktober 1972 wird die neu erbaute Kaufhalle vom Konsum eröffnet. Hier überreicht Bürgermeister Erich Busse den symbolischen Schlüssel.

Rechts neben dem Bürgermeister Busse steht Frau Schmollz, die Leiterin der Kaufhalle.

Auf diesem Bild sehen wir vermutlich den Vertreter vom Rat des Kreises, Abteilung Handel und Versorgung.

10 Jahre war Frau Schmollz hier Leiterin, dann übernahm sie das Delikat-Geschäft in der Breitscheidstraße.

In dieser Kaufhalle waren bis zu 30 Verkäuferinnen, davon 8 – 10 Lehrlinge, beschäftigt, viele davon halbtags oder 4 Stunden.

Der Fanfarenzug des Kinderheimes Neustadt-Glewe nahm ebenfalls an der Eröffnung teil.

Und hier sehen wir am Eröffnungstag in das Innere der Einrichtung. Nach der Eröffnung der Kaufhalle wurden die beiden Lebensmittelgeschäfte in der Wabeler- und Brauereistraße geschlossen.

Nach der Wende wurde die Kaufhalle ab 1993 von Frau Grabow als EDEKA-Markt weitergeführt.

Am 24.Juli 1997 wird „Grabow`s Multimediamarkt“ eröffnet. Er bietet Elektro- und Kurzwaren, Glas, Porzellan und Handtücher, Spiel- und Schreibwaren, Bettwäsche, Töpfe und Pfannen, Korbwaren sowie eine kleine Auswahl an Textilien.

Im Mai 2007 erfolgte der Abriss und seitdem hat man einen freien Blick auf den neuen EDEKA-Markt.

Im Dezember 1995 wurde Richtfest für den neuen EDEKA-Markt gefeiert. Er wurde auf dem alten Sportplatz in der Brauereistraße gebaut.

Am 25.April 1996 wurde der neue EDEKA-Markt von Frau Grabow eröffnet. Am 31.Mai erfolgten die Inventur und Übergabe an den neuen Betreiber.

1996 fand der erste Herbstmarkt auf dem Gelände des EDEKA-Marktes statt.

Diese Aufnahme zeigt die streikenden Lederwerker im Jahr 1924.

 

Diese Aufnahme entstand 1935 oder 1936. Es fand ein Fußballspiel zwischen der Neustädter Bäcker- und Schlachterinnung statt.

Circa 40 Jahre später auf demselben Platz. Dem Bild nach zu urteilen wird hier der Kindertag gefeiert.

Gehen wir nun in die heutige Thälmann-Straße. Hier wurde 1878/1879 eine Dextrin- und Stärkefabrik gegründet.

Diese Zeichnung zeigt uns die geplante Erweiterung des Pförtnerhauses der Dextrinenfabrik.

Diese kaufte 1882 die Firma Horney & Rödler.

Sie baute u.a. Eisenbahnwagons.

1902 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und durfte sich den Namen Johann-Albrechts-Werke zulegen.

Es erschienen mehrere Postkarten mit Motiven dieses Werkes. (sieh vorhergehende Seite) Die Firma erstreckte sich über das gesamte Gebiet der heutigen Thälmannstraße bis zur Elde aus. Hier waren in besten Zeiten bis zu 700 Arbeiter beschäftigt.

Der Betrieb stellte u.a. Eisenbahnwaggons für den Gütertransport und Loren her, baute Stahl- und Gusskonstruktionen, aber auch Eismaschinen.

Es erschienen mehrere Postkarten mit Motiven dieses Werkes. (sieh vorhergehende Seite) Die Firma erstreckte sich über das gesamte Gebiet der heutigen Thälmannstraße bis zur Elde aus. Hier waren in besten Zeiten bis zu 700 Arbeiter beschäftigt.

Der Betrieb stellte u.a. Eisenbahnwaggons für den Gütertransport und Loren her, baute Stahl- und Gusskonstruktionen, aber auch Eismaschinen.

Noch läuft es und die Firma muss sich flächenmäßig vergrößern.

Hier sehen wir den Neubau einer Halle.

 

1912 musste die Firma Konkurs anmelden.

Hier sehen wir die Sprengung eines Schornsteins. Außerdem wurden fast alle Gebäude abgerissen

Mit dem Abrissmaterial wurden die ersten Wohnhäuser in der entstehenden Schulstraße gebaut.

Die alte Gießerei wurde zur neuen Stadtschule umgebaut, Bauleiter war Dipl.-Ingenieur Adolf Heinberg, Lehrer und letzter Direktor des Technikums.

Am linken Giebel sehen wir den ehemaligen Waschraum der J.-A.-Werke, auf der anderen Seite waren die Toiletten.

Dieser wurde zum Stadtbad umgebaut.

22.Dezember 1927 wurde die neue Schule nach 8 ½ Monaten Bauzeit eingeweiht. Die Straße sollte auf Grund der Verdienste von Stadtrat Carl Spieckermann nicht nur beim Bau der Schule, seinen Namen bekommen. Da er dies ablehnte, wurde ihr der Name „Schulstraße“ gegeben.

Die Hausmeisterwohnung unten rechts (im rechten Bild) gab es seit dem Bau der Gießerei.

Die Schule zu DDR-Zeiten. Im Volksmund wird sie heute noch „Grüne Schule“ genannt.

Die Postanschrift lautet „Thälmannstraße 22“.

Bis 1992 waren hier die Klassen 1 bis 10 untergebracht. Seit diesem Jahr haben wir ein Gymnasium. Zum Schuljahresbeginn 2010 wurde aus dem Gymnasium die Grundschule für die Klassen 1 bis 4.

Während des Krieges befand sich auf dem Schulhof ein Splittergraben. Ausgehoben wurde er von den Mitgliedern der Hitlerjugend, überdacht von Zimmerleuten.

Er war ca. 1,50 m breit, ca. 2 m tief und verlief parallel zur H.-Wessel- u. Brauereistraße, wurde aber nur für Übungszwecke genutzt.

2008 übergab die Hausmeisterin Frau Elly Wollenberg (seit 19.Mai 1972 im Amt) den Originalschlüssel von 1927 an Frau Heering im Beisein von Bgm. Menz.

Während des Krieges befand sich auf dem Schulhof ein primitiver, kleiner Luftschutzbunker.

2012 wurde das Dach saniert und mit Solarzellen versehen.

Während der Sanierungsarbeiten wurden im September 2014 zugemauerte Fenster freigelegt.

Auf dieser Zeichnung sehen wir die geplante heutige Thälmann- und Mittelstraßen.

Ein Blick auf den Straßenverlauf der Thälmann- und Mittelstraße 1969.

Nachdem wir das alte Werk kennen gelernt haben, gehen wir durch die heutige Thälmannstraße.

Dazu begeben wir uns noch einmal zurück zu Bäckermeister Schulz.

Das Grundstück Thälmannstraße 25 kaufte am 06.April 1927 der Pantinenmacher Friedrich Schoof.

Er war von 1945 bis 1951 Bürgermeister von Neustadt-Glewe. Eine seiner letzten Amtshandlungen war der Bau der öffentlichen Toiletten (Dort steht heute der Stadtplan und das Hinweisschild „Oststeinbek 111 Km“.). Im Volksmund hieß es „Friedrich-Schoof-Gedenkstätte“.

Das Grundstück Nummer 23 erwarb 1927 der Händler Franz Russ.

Somit sind Schoof und Russ die ersten Bewohner in der neuanzulegenden Straße.

 

Die heutige Thälmannstraße ab Brauereistraße bis zum Geschwister-Scholl-

Platz wurde 1916 das Straßenschild „Schmiedestraße“ bestellt. Sie wird noch 1930 noch als „Schmiedestraße“ bezeichnet obwohl ab 07.März 1929 (andere Unterlagen nenne den 07.September 1927) die offizielle Bezeichnung „Schulstraße“ lautete.

Das Grundstück Nummer19 (Eckhaus)…

… und die Grundstücke dieser beiden Häuser werden im Jahre1930 den neuen Besitzern auf Erbbaurecht überlassen, 1931vwerden die beiden Häuser gebaut.

Die beiden Häuser haben die Bezeichnung „Geschwister-Scholl-Platz“.

Die Fläche zwischen Mittel- und Thälmannstraße wird 1930 noch als „Fronerei“ bezeichnet.

1935 wurde das Gebäude zum städtischen Kindergarten umgebaut. Auch nach 1945 und der Wende 1989 finden wir hier zunächst noch Kindergarten und –krippe, dann eine DRK-Sozialstation und seit 2008 den Schulhort.

Hier haben wir den freien Platz vor der Schule und hinter der Frau fehlt auch noch die Grundschule.

Der Platz vor der Schule wurde 1938 als „Platz der SA“ eingeweiht und am 05.Sept. 1949 in „Thälmann-Platz“ umbenannt. Zeitgleich wurde die Schule nach dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe benannt.

Am 21.Juli 1993 bekam er den Namen „Geschwister-Scholl-Platz“.

Der Partnerschaftsverein Neustadt-Glewe - Oststeinbek pflanzte am 03.Oktober 1993 den Baum der deutschen Einheit auf diesem Platz.

Mit dem Bau der kleinen Schule (im linken Bild am rechten Bildrand) wurde 1968 begonnen. Von der Wertigkeit her war es ein ganz billiger Feierabendbau. 1970 wurde das Gebäude mit 4 Klassen und einem Kindergarten eröffnet.

Am 03.Oktober 2005 wurde der Gedenkstein für die Geschwister Scholl enthüllt.

Nach der Wende wurde auch dieses Gebäude saniert.

Der als Bunker deklarierte Raum unter dem Platz war der Keller des Verwaltungsgebäudes der Johann-Albrechts-Werke. Der Eingang dazu befand sich auf dem Grundstück der Thälmannstr.17. Er diente den Johann-Albrechts-Werken vermutlich als Lager und war 1933 schon verfüllt.

Das Grundstück der Nummer 13 (am rechten Bildrand) erwarb 1928 der Arbeiter Paul Bockhold, dass für die Nummer 11 im selben Jahr der Sattler Karl Geist.

Für dieses Haus konnten noch keine Unterlagen gefunden werden.

Auch solch einen Anblick sollte man mal genießen.

Lehrer Carl Pragst kaufte das Grundstück für die Nummer 05 im Jahr 1928 (am rechten Bildrand); die Nummer 03 erwarb Vorarbeiter Willi Zachow.

Das Grundstück für die 01a erwirbt der Händler Karl Gärtner 1930.

Ein Jahr später kaufte der Maurer Wilhelm Riedel dieses Gelände.

(die jetzige Thälmann-Straße 01)

Das Grundstück der Thälmannstraße 02 wurde 1928 von Malermeister Hans Turner erworben. Er war von 1943 – 1945 Wehrleiter unserer freiwilligen Feuerwehr.

Heute wohnt dort die Familie Frank Gottlieb. Im Gebäude dahinter, es diente Malermeister Turner als Materiallager, finden wir seit der Sanierung die Physiotherapie Madaus.

Das Grundstück in der Thälmannstraße 04 erwirbt Dr. Paul Kronke am 20.September 1929 und baut 1930 dieses Haus.

Er war gebürtiger Rostocker. 1925 finden wir seine Wohnung und Praxis in der Großen Straße 15.

Am 28.Februar 1975 fand die Gründungsversammlung für die Nutzung als Landambulatorium statt; es wurde 1991 geschlossen.

Links vom Eingang finden wir diese Platte. Links beginnend liest sich der Text wie folg: „Die Dunkelheit besiegen durch Wissenschaft. Ich verbrauche mich, indem ich anderen diene und dazu (bin ich) völlig ungebunden.“

Die senkrechten Austilgungen enthielten links vom Äskulap-Stab seinen Doktortitel mit Vor- und Zunamen und rechts den Hinweis, dass er der Hausbesitzer ist.

Im Februar 1930 erwirbt Maurermeister Johannes Kurz das Grundstück und baut 1933 das Wohnhaus Schulstr. 06 – 12. Die rechte Aufnahme entstand 2013.

Das nach der Wende sanierte Haus „Thälmannstraße“ 14.

Glasermeister Werner Rathsack erwirbt das Grundstück Nummer 16 für sein Wohnhaus und die Werkstatt 1931. Anfang der 1950er Jahre wird er hier noch als Glasermeister genannt.

Danach arbeitet hier der Glaser Erich Möller.

Am 03.Juli 1929 kauft Schlachter Hans Homuth das Grundstück Nr. 18 (linkes Bild) und baut hier seine Schlachterei. 1933 erwirbt Schlachter Emanuel Böhlke das Wohn- und Geschäftshaus. Bis etwa 1957 wird die Schlachterei betrieben.

Parallel dazu, von spätestens 1953 bis etwa 1970 finden wir hier einen Milchladen; geführt von Marta Petrick

Eine Seitenansicht der Schlachterei Böhlke im Jahr 1950.

Kehren wir nun zurück in die Brauereistraße. Bei diesen Aufnahmen handelt es sich um das Geschäft von Bäckermeister Heinz Mahnke. Er übernahm das Geschäft am 01.Januar 1968 von seinem Onkel Wilhelm Mahnke. Dieser wiederum hatte das Geschäft nach dem Tod von Richard Schulz 1945 weitergeführt.

In der Brauereistraße 09 wurde nach der Wende die ehemalige Garage umgebaut und für einige Jahre als Gaststätte genutzt. Sie wurde dann aber wieder geschlossen.

Der Schmiedemeister Otto Oehlandt kaufte das Haus Brauereistraße 10 im Jahr 1900 als Rohbau, denn der Bauherr war pleite.

Seine Schmiede hatte Otto Oehlandt auf dem Hof.

Er wurde als erster Arbeiter des Lederwerkes eingestellt und baute das Lederwerk mit auf.

Nach Feierabend arbeitete er bis spät in die Nacht in seiner Schmiede, wobei ihn seine Frau unterstützte.

Der Schmiedemeister Otto Oehlandt kaufte das Haus Brauereistraße 10 im Jahr 1900 als Rohbau, denn der Bauherr war pleite.

Seine Schmiede hatte Otto Oehlandt auf dem Hof.

Er wurde als erster Arbeiter des Lederwerkes eingestellt und baute das Lederwerk mit auf.

Nach Feierabend arbeitete er bis spät in die Nacht in seiner Schmiede, wobei ihn seine Frau unterstützte.

Dieses Haus steht auf dem Gelände des Betonwerkes und war 1914 und 1925 die Brauereistraße 12. Erbaut wurde es um 1863 vom Zementgießereibesitzer Johann Ernst Wilh. Schulz.

1925 werden hier die Gärtner Ferdinand Burmeister und Otto Sternhagen genannt.

Im Juni 1928 schreibt Sternhagen an den Wohnungsausschuss mit der Bitte, ihm eine Wohnung in der ehem. Linde zu geben. Die Notwohnung in der ehemaligen Zementgießerei ist zu weit von seiner Gärtnerei in der Schweriner Straße entfernt.

Am 07. Okt. 1921 (der Einzug erfolgte zum 01. Oktober) wird der erste Mietvertrag für die heutige Brauereistraße 12 ausgefertigt. U.a. wird der Pantinenmacher Karl Peschel 1925 in der Brauereistraße 12 genannt. In dieser Liste wird es noch als 10-Fa-milienhaus bezeichnet.

Es war von der Stadt in Auftrag gegeben. Das Lederwerk gab nach Anfrage des hiesigen Magistrats einen zinslosen Zuschuss auf 20 Jahre von 122000,- Mark mit der Bedingung, für 05 Familien hier eine Wohnung bereitzustellen. Die Mieteinnahmen kommen dabei dem Lederwerk zugute.

Am rechten Bildrand das als 4-Fam-Haus geplante und als 6-Familienhaus gebaute Haus, die Brauereistraße 14.

In der Liste von 1925 erscheint das Haus links im Bild (heute Brauereistraße 16) als 12-Familienhaus.

Aus familiären Gründen wurde die Tischlerei Bandow von 1950 bis 1955 in der Brauereistraße 16 a neu gebaut. Am 01.Juni 1977 übernahm sein Schwiegersohn. Wolfgang Riebe die kleine Firma.

Auf dem rechten Bild sehen wir das Haus Brauereistraße 22. Bäcker Otto Böteführ erwarb das Grundstück im Juli 1930.

Hier haben wir den Eingangsbereich zur Zementfabrik Schultz. Das Wohnhaus am rechten Bildrand des linken Bildes soll 1932 gebaut worden sein.

Gehen wir am Betonwerk vorbei, kommen wir in den Eingangsbereich zum Fernmeldewerk in den 1980er Jahren.

Schaukästen dieser Art standen nicht nur im Fernmeldewerk, sondern in vielen Betrieben der DDR.

m Eingangsbereich hat dieses Einfamilienhaus der Familie Gärtner gestanden. Es musste der Betriebserweiterung des Fernmeldewerkes um 1980 weichen.

Gärtner hatte das Gebäude von Holzpantoffelmacher Peschel gekauft und zum Wohnhaus umgebaut.

Dieser Block wurde im Rahmen der Erweiterung des VEB Fernmeldewerk gebaut.

Doch gehen wir zunächst zurück in die Brauereistraße 17/19 (hinter dem EDEKA-Markt). Dieser Block wurde in den 1920er Jahren im Auftrag der Stadt gebaut.

Dieses Haus, die Brauereistraße 23/25 wird 1931 errichtet.

Im Mai 1939 erwirbt Gustav Eisermann die Nummer 25.

Gebaut wird die Baracke 1912 vom Lederwerk. Im Verzeichnis von 1917 ist es die Brauereistraße 14 und 1925 hat sie eine eigene Anschrift. Genannt sind 04 Vorarbeiter, 03 Gerber und je 01 Elektriker und 01 Arbeiter. Nach der Wende wurde die Baracke privatisiert.

Diese Aufnahme vom Abriss der Wohnung stammt vom 12. September 2017.

Ein Blick in Richtung Kreuzung Brauerei- und Thälmannstraße.

Die Villa „Clara“ wurde 1937 von Franz Neubauer gebaut.

Und hier ein Blick vom Betonwerk Kurz (1954/1955) aus fast derselben Perspektive.

Links der Plan von 1943 zum Bau einer Baracke rechts neben der Villa „Clara“. Er wurde nie verwirklicht.

Gegenüber der Villa steht die alte Produktionshalle des Betonwerkes.

Gegründet wurde die Zementgießerei von Johann Ernst Wilhelm Schulz am 05.April 1863.

Wann die Firma an Johann Kurz sen. überging, konnte nicht ermittelt werden, 1914 gehört sie noch J. Schulz.

Im Januar 1953 brach im Betonwerk von Johann Kurz ein Feuer aus. Wegen angeblicher Brandstiftung, die ihm aber nie nachgewiesen werden konnte, wurde er eingesperrt. Im Oktober desselben Jahres wurde er auf Grund einer Amnestie wieder entlassen und konnte seine Firma weiterführen.

Zwei Briefköpfe der Firma Kabel & Ahrens. 1907 wird diese Holzpantinen-Fabrik gegründet und beschäftigt bald 60 Arbeiter. Seit der Machtübernahme der Nazis steht die Firma in dem Ruf, ein Hort des Kommunismus zu sein. 1934 wird die Firma für 15.000,- Mark an die Stadt verkauft.

1934 nimmt sich Willy Ahrens das Leben und im Januar 1937 meldet die Firma Konkurs an.

Richard Kabel in seiner Firma. Er starb, 51jährig, 1913.

Hier etwa befand sich der Eingang zur Pantinen-Fabrik.

Das ist die Halle vom Betriebsgelände aus gesehen. Hier wurden ab 1940 zunächst polnische und dann französische Kriegsgefangene untergebracht.

Diesen Weg entlang an den Gleisen mussten sie jeden Tag nehmen. Sie verrichteten Zwangsarbeit bei dem Flugzeughersteller Dornier im Lederwerk.

An der Brücke wurden sie von Rudolf Nevermann, einem bekannten Neustädter und Sportler, übernommen und ins Lederwerk gebracht Er hat die Gefangenen immer gut behandelt.

 

Unterlagen belegen, daß die Obst- u. Gemüsekonservenfabrik von 1943 bis Kriegsende hier produziert hat.

Lange & Plambek (Desitinfabrik) wich in die Burgstraße aus.

Die Villa Rondeshagen wurde 1909 gebaut.

1914 war es die Lederfabrik 355,

in der Liste von 1917 die Brauereistraße15.

1925 ist es die Brauereistraße 13,

Zu DDR-Zeiten war es die Betriebskinderkrippe des Fernmeldewerkes. Nach der Wende wurde die Einrichtung geschlossen und blieb jahrelang leer stehen.

Das Gebäude wurde 2009 von einer jungen Familie gekauft und wird seitdem liebevoll saniert.

Hier ein Briefkopf der Firma Funkmechanik des Firmengründers Gerhard Ney.

Genutzt wurden die Räumlichkeiten der ehemaligen Pantinenfabrik. Angefangen hatte er mit seiner Elektrofirma in der Adolf-Hitlerstraße 16, ehemals Max Lazarus.

1953 verließ Gerhard Ney die DDR und aus seiner Firma wurde der VEB Funkmechanik.

1958 sehen wir noch die Werbung von zwei souveränen Betrieben.

1960 kam es zum Zusammenschluss mit dem VEB Feinmechanik (Fabrik für Feinmechanik und Elektrowärme) Neustadt-Glewe. Diese ging aus der Firma Wilhelm Breuniger hervor, die sich in der Gartenstraße 02 unter dem Firmennamen „WIBRE“ niedergelassen hatte. Es wurden hier Spiralheizer, Tauchsieder usw. hergestellt.

1953 hat Breuninger die DDR verlassen.

Der neu entstandene Betrieb wurde der VEB Funk- und Feinmechanik Neustadt-Glewe.

Diese Anzeige von 1959 zeigt die Entwicklung der Radioproduktion.

Diese Anzeige stand in „SVZ“ vom 31.Aug. 1960.

Die genannten Produkte erinnern sehr an die Firma Breuninger.

Ab 1965 gab es keine Eigenentwicklungen mehr. Es erfolgte die Umbenennung in VEB Funkmechanik und Elektrowärme Neustadt-Glewe.

Es wurden Radios „Stern-Radio Sonneberg“ montiert. Hier das Kundendienst-Werkstattheft für den Rundfunkempfänger Korvette.

1967 wurde die Radioproduktion eingestellt. Es erfolgte die Angliederung an den VEB Fernmeldewerk Arnstadt und der Betrieb blieb Zulieferer bis 1990.

Heute das als GmbH gegründete Unternehmen noch als Elektrofirma tätig. Dies aber im wesentlich kleineren Rahmen, was vor allem für die genutzten Räumlichkeiten gilt.

Dieses Fahrzeug nahm am Festumzug zur 750-Jahr-Feier teil.

Erläuterung:

 

-Am 05.März 1933 wird die „Schulstraße“ in „Horst-Wessel-Straße“ umbenannt.

-Nach Beendigung des Krieges bekommt sie ihren alten Namen zurück.

-Mit Beschluss vom 21.März 1946 wird sie in „Ernst-Thälmann-Straße“ umbenannt.

-Die Bemühungen von Bürgermeister Dieter Hublitz, die „Thälmannstraße“ in „Kiezer   Dammwischen“ umzubenennen, können auf Grund des Widerstandes der Anwohner nicht realisiert werden.

 

Mittelstraße:

1885               Stärkefabrik 242      Mittelstr. 01

1914               Fabrikstraße             in einer Liste

1885               Fronerei 203A          Mittelstr. 03

1914               Fronerei                    in einem Privatbrief

1917               Mittelstraße               in einer Liste

 

Brauereistraße:

1914               Fabrikstraße 236     1917   Brauereistraße 12

 

 

aktualisiert:     26. August 2019

 

 

Gerhard Düker, 2015

 

Auskunft zur historischen Entwicklung der Straße erteilt:

Herr

Gerhard Düker

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