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Friedrich Heuser

Friedrich Heuser wurde am 24. Februar 1885 in Hamburg geboren. Wann er nach Neustadt kam, ist seinem Enkel nicht bekannt. Er weiß, dass sein Opa Kutscher war.

Heuser wurde am 01. Juni 1911 als Arbeiter im Lederwerk eingeschrieben. Er war 1911 beim Einweichen der ersten Haut dabei. (In den Personalunterlagen wird unter der Nummer 1 Otto Oelandt geführt, der von Beruf Schmied war. Er hat das Werk mit aufgebaut.)

 

1911 wurde er zum ersten Vertrauensmann des Lederwerkes gewählt.

Am 19. April 1912 heiratete er die Häuslertochter Bertha Schmidt. Die Trauung fand in Brenz statt. Aus der Ehe gingen fünf Töchter und drei Söhne hervor, von denen zwei im Säuglingsalter starben.

Wohnung Friedrich Heuser

Zunächst wohnten Heusers auf dem Kiez, dann bezogen sie im Lederwerk eine Wohnung im linken Flügel des damaligen Pferdestalls. Der Enkel erinnert sich, dass dort vier Pferde untergebracht waren.

Auf dem Boden, der über den rechten Flügel zu erreichen war, lagerten Heu und Stroh.

Bei Ausbruch des I. Weltkriegs wurde Friedrich Heuser sofort eingezogen. Er war bis zum Ende des Krieges an der Westfront (Frankreich), von wo er 1918 unversehrt nach Hause kam.

 

Er arbeitete wieder im Lederwerk als Kutscher, war zuständig für viele Transporte des Betriebes. U. a. holte er für die Kantine Milch von der Neustädter Molkerei. Schon damals hatte das Lederwerk eine eigene Gemüseproduktion und eine Obstplantage. Auch hier arbeitete Heuser. Z. B. hat er Kartoffel eingemietet.

Vermutlich nach 1919 wurde er Mitglied der Betriebsfeuerwehr. Das rechte Foto zeigt ihn im Kreis seiner Feuerwehrkameraden.(Bildmitte)

 

Heuser, Feuerwehrmitglied (Bildmitte)

Ihren größten Einsatz hatten die Kameraden beim Brand im Lederwerk im Jahr 1934. Dabei wurde Heuser vom Feuer eingeschlossen und konnte sich nur mit einem Sprung vom Uhrenturm in das Sprungtuch retten. Diesen Einsatz hat er unverletzt überstanden.

 

Am II. Weltkrieg brauchte er nicht mehr teilnehmen.

Zu DDR-Zeiten bekam Friedrich Heuser für seine umsichtige Arbeit mehrere Auszeichnungen. Er war ein allseits beliebter und geachteter Kollege.

1971 bekam Friedrich Heuser vom Direktor des Lederwerkes, Herrn Dr. Biedermann anlässlich seines 60jährigen Betriebsjubiläums eine Ehrenurkunde überreicht. Aber dies blieb nicht seine einzige Ehrung.

Heuser, Ehrung

Auch von Herrn Wächtler, Direktor des Kombinates, dem das Lederwerk angegliedert war, wurde er geehrt. Links im Bild der Enkel von Heuser, Klaus - Peter Kretschmann.

1952 richtete das Lederwerk im ehemaligen Pferdestall den ersten Kindergarten ein.

1964 wurde der obere Teil zur Krippe umgebaut.

Elf Jahre später zog Friedrich Heuser hier aus und eine Wohnung im Neubau wurde sein neues Zuhause.

Lange konnte er sich über diese neue Wohnung in der Leninstraße 15 nicht mehr freuen.

Friedrich Heuser starb mit 91 Jahren am 28. Dezember 1976.

 

 

 

Gerhard Düker

Kultur- und Heimatverein Neustadt-Glewe

 

 

Quelle:

Klaus - Peter Kretschmann (Enkel)

1) 75 Jahre Lederwerk

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Auskunft zu den historischen Persönlichkeiten der Stadt erteilt:

Herr

Gerhard Düker

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Diese Informationen zu Friedrich Heuser wurden als Auftakt einer Serie über bekannte Neustädter Bürger im "Neustädter Anzeiger" 06/2020 veröffentlicht.

Artikel, Neustädter Anzeiger 06/2020

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