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Große Wallstraße

Ein historischer Spaziergang durch die Große Wallstraße von Neustadt-Glewe.

(von Gerhard Düker)

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Große Wallstraße von Neustadt-Glewe (Quelle: Google Earth)

Bild-Quelle: Google Earth

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Blick aus der Großen Wallstraße auf die Wasserstraße 18.

Die Große Wallstraße 01, (links im Bild) im Volksmund „Bullenstall“ oder auch „Kloster“ genannt, im Jahr 2004. Hier befand sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die jüdische Synagoge, einschließlich jüdischer Schulstube. Nach der Mitte desselben Jahrhunderts brannte das Gebäude ab. Der Wiederaufbau erfolgte 1871. 1889 wurde es an die städtische Kämmerei verkauft. Diese errichtete hier den städtischen Wirtschaftshof.

1917 wird es als „Altes Armenhaus“ bezeichnet.

Diese Aufnahme entstand 1973.

1985 wurde der Bullenstall in ein Wohnhaus umgebaut.

Abgerissen wurde das Gebäude im Juni 2005.

Die freigewordene Fläche wird von dem Haus Wasserstraße 17 und 19 als Hof genutzt.

Große-Wallstraße 03 und 05 im Jahr 1937. Am rechten Bildrand ein für Neustadt typischer Schuppen.

Das ist das Haus Große Wallstraße 03 nach dem Umbau 1938. Der Schuppen musste dem Hof weichen.

Das Haus nach der Sanierung im Jahr 2010.

Die Große-Wallstraße 05 nach mehrmaligen Sanierungen.

In der Großen Wallstraße 07 wohnte 1914 Schuhmachermeister Carl Rummel.

Die Große Wallstraße 09, 11 und 13.

In der Nummer 11 hatten wir 1925 die Tischlerei Hermann Ludwig.

1917 und 1925 wohnte in der Großen-Wallstraße 11 der Tischler Hermann Ludwig.

In der Großen-Wallstraße 13 wohnt 1914 der Händler Karl Tscheschlog.

Nun haben wir eine eigenartige Nummerierung. Auf die Gr.-Wallstr. 13 (rechts in Bild) folgt die 17, dann die 15 und endet bei Bäcker Schröder mit der 17b. Warum das so ist, konnte noch nicht geklärt werden.

1925 wohnt hier u.a. der Schlachter Friedrich Warncke.

1967/1968 hat der damalige Besitzer das Haus saniert.

Rechts vom Eingang des Hauses Große-Wallstraße 15 wohnte in den 1940er Jahren die Familie Joseph Schmidt. Sie gehörten zu den Sinti, die 1943 von Neustadt-Glewe ins KZ gebracht wurden. Fast alle Familienmitglieder wurden dort ermordet. Schmidt.

Blick in die Große Wallstraße aus der Perspektive Wasserstraße 18 in den 1950er Jahren. Links im Bild die Große Wallstraße 02.

Am linken Bildrand sehen wir wieder den typischen Schuppen.

1973/1975 wurde das Haus Große Wallstraße 02 von Familie Döll saniert.

Ein Blick durch die Gasse in Richtung Wasser- und Gartenstraße im Jahr 1977.

Die Hebebühne steht am Giebel der Großen-Wallstraße 02.

Links die Große Wallstraße 04. Die Aufnahmen stammen aus den 1950/1960er Jahren.

Die Große Wallstraße 04 mit Gasse in die Gartenstraße.

Diese Aufnahme entstand 1973, …

… und diese 1983.

 

Rechts neben dem Eingang befindet sich das Schild „ANNO 1776“.

1995 wurde das Haus saniert.

Die Große-Wallstraße 06 (am linken Bildrand) in den 1970er Jahren.

Im Juni 1896 erwirbt Tischlermeister Havemann das Haus, 1917 wohnt hier Schlachtermeister Ollenschläger, 1925 wird seine Witwe genannt.

Auch diese Aufnahme der Großen Wallstraße 06 wurde 1983 „geschossen“.

Im Juni 1896 erwirbt Tischlermeister Havemann das Haus, 1917 wohnt hier Schlachtermeister Ollenschläger, 1925 wird seine Witwe genannt.

Die Große-Wallstraße 02 bis 10 (Nummer 10 am rechten Bildrand) im Jahr 1993.

Im Januar 1991 brannte das Haus Große Wallstraße 06 ab.

Die Häuser der Großen Wallstraße 06, 08 und 10 gehörten Breuninger.

Die Große Wallstraße 06 1993.

Drei Jahre später musste die Fassade abgestützt werden, um nicht auf die Straße zu stürzen.

Im Jahr 1998 wurde die Ruine abgerissen.

1998 wurden die Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegt. Wir sehen hier die Baulücke Große Wallstraße 06.

Die Ansicht im Jahr 2013.

Leider finden wir im Altstadtkern immer mehr Baulücken.

Die Große-Wallstraße 08 nach der Sanierung.

Die Große Wallstraße 08 und 10 im Jahr 1992…

… und 21 Jahre später.

In der Große Wallstraße 12 führte Frau E. Domann von 1991 bis 1994 ein Geschäft für Babyausstattung.

Am rechten Bildrand haben wir die Große-Wallstraße 14.

Das Haus Große-Wallstraße 07 nach der Sanierung.

In der Großen Wallstraße 14 wohnte 1914 und auch 1925 der Kaufmann Johannes Hagen. 1953, als diese Aufnahme entstand, hatten wir hier noch zusätzlich den Schuhmachermeister Schilinski.

Die Große- Wallstraße 16 fiel im Juni 2008 der Abrissbirne zum Opfer.

Am 26.März 1929 wird das Haus Große-Wallstraße 17b von Arbeiter Johann Möhring an Bäcker Willi Schröder verkauft und von diesem abgerissen.

Der Eingang sollte wieder eindeutig zur Großen Wallstraße zeigen, wurde aber während der Bauphase an seinem jetzigen Standort platziert.

Diese Aufnahme von 1931 zeigt das neu errichtete Gebäude. Es ist jetzt Backstube, Verkaufsraum und Wohnhaus.

Warum 17b konnte, wie bereits erwähnt, noch nicht geklärt werden.

Die Pumpe links im Bild diente den Bewohnern der Straße zur Wasserversorgung.

1973/1974 lässt es der Sohn Günther, der auch noch als Bäcker arbeitete, in der unteren Etage zu einer Einrichtung des Gesundheitswesens umbauen.

1992 arbeitet hier die AOK.

Seit 2012 ist es das Wohnhaus und die Praxis von Doktor med. Detlef Scholz.

Im Fachwerkhaus Marktstraße 02 wohnte der Arbeiter Hermann Frenz.

Hier fehlt der Schuppen an der Marktstraße 02.

Die Häuser Marktstraße 02 und 04 im Jahr 1983.

1925 wird für die Nummer 04 noch der Polizeiwachtmeister Hermann Köpcke genannt.

Der Glasermeister Franz Schönbach hatte seine erste Werkstatt in der Bleicherstraße 01. Wann er hier eingezogen ist, konnte noch nicht ermittelt werden.

Im Eingangsbereich sehen wir das Glaserwappen der Firma Hauschild.

Bekannt aber ist weiter, dass die jüdische Gemeinde hier einen Raum als Synagoge anmietete.

1984 kaufte Familie Kemper dieses Haus.

Seit 1985 wird es nur noch als Wohnhaus genutzt.

In der Marktstraße 06 (linker Eingang) wohnt 1925 der Töpfer Johannes Klein.

Der Töpfer Klein (leider ohne Vorname) wird noch 1946 erwähnt.

In der Marktstraße 08 (rechter Eingang) wohnte 1917 der Maurermeister Johann Kurz sen.

Diese Rechnung der Firma Klein war für die Wasserstraße 27.

2001 eröffnete Gunnar Zielke, der hier auch wohnt, sein Steuerberatungsbüro. 2009 sanierte er das Haus nach der Vorlage des oberen Fotos.

Hier sehen wir die Marktstraße 03 und 05.

1900 haben wir noch die Grundstücke 129 und 130, bereits 1914 wird es als Doppelgrundstück Marktstraße 129/130 ausgewiesen. Es gehört dem Ackerbürger Johann Cords.

In der Marktstraße 05 wohnte und arbeitete 1867 und 1914 Schneidermeister Wilhelm Hagen. 1917 wird hier der Schuhmachermeister August Best genannt.

Ein Schuhgeschäft mit Werkstatt von Best gab es noch in den 1970er Jahren.

Die Große Wallstraße 18 vor der ersten Sanierung (links) und als Neubau aus der DDR-Zeit.

Blick in die Große Wallstraße 20 und 22.

Das Haus Große Wallstraße 23 in den 1960er Jahren.

Diese Aufnahme stammt von Ostern 1983.

So sieht es seit dem Abriss aus und es ermöglicht uns heute wenigstens den freien Blick in die Bleicherstraße.

Die Bleicherstraße 05 und 06 in den 1980er Jahren …

… und nach der Wende.

Die Bleicherstraße 09

.. und Bleicherstraße 11 wurden vor der Wende saniert.

Der vermutliche Vorgänger dieses Hauses (Nr. 220) wurde 1844 gebaut.

Nun begeben wir uns auf die gegenüberliegende  Seite.

Die Bleicherstraße 07 wurde nach der Wende saniert.

Dasselbe trifft für die Bleicherstraße 08 zu.

Die erste Sanierung der Bleicherstraße 10 erfolgte bereits zu DDR-Zeiten.

Große Wallstraße 19 und das ab 2013 umfassend sanierte Haus Große Wallstraße 21.

Diese Aufnahme entstand im Juli 2013.

Das Haus Bleicherstraße 04 wurde in den 1980er Jahren saniert.

Die Große Wallstraße 25 zu Beginn des 20.Jahrhuderts und im Jahr 2013.

Die Große Wallstraße 27. Der linke Teil (Garage) wurde später angebaut.

Seit 2017 hat das Haus einen neuen Besitzer, der sofort mit der Sanierung begann. Die Außenarbeiten sind Ende des Jahres fast abgeschlossen.

Das Haus Kleine-Wallstr. 17 von der Hofseite.

Das Haus brannte ab und konnte nur noch abgerissen werden.

Die Kleine-Wallstraße 18 hofseitig.

Große Wallstraße 24/26 vor 1961/1962. Danach war es nur noch die Nummer 26.

Die Häuser Große Wallstraße 28 und 29 wurden nach der Wende durch die Familie Giese saniert.

Große Wallstraße 30, der Klinkerbau wurde nach der Wende angesetzt.

Die Große Wallstraße 31 bis 33.

Das Haus Große-Wallstraße 32 wurde bereits vor der Wende saniert.

Das Haus Große Wallstraße 33 steht schon seit einigen Jahren leer.

Die Grundstücke Große Wallstraße 34 und 35 vor der Sanierung.

Familie Raasch, Große-Wallstraße 34, kaufte das Haus Nr.35 dazu und riss es ab.

So sieht es seit der Sanierung aus.

Blick in die Große Wallstraße um 1990.

Das Haus Große-Wallstraße 36 vor der Sanierung. Besonders interessant ist die linke Aufnahme.

Sanierung des Hauses im Jahr 2000.

Die Sanierung der Sanierung der Nummer 36 im Jahr 2001.

Große-Wallstraße 37 a und b während des Abrisses und nach dem Wiederaufbau 1998 bis 2000.

Die Große-Wallstraße 3740 vor 1998.

Die Große-Wallstraße 38 links im Bild. Die Nummer 39 (rechts) war nach Abriss und Wiederaufbau, sowie der Eröffnung am 10.Juni 1994, für einige Jahre Wohn- und Geschäftshaus von Horst Tessmann. Seitdem steht es leer (Stand 2013).

2016 zog Horst Tessmann wieder ein.

Das Amtspförtnereigrundstück Große-Wallstraße 40a wurde am 28.Juni 1934 von der Stadt gekauft. Im hinteren Teil dieses Gebäudes befand sich das Stadtgefängnis.

Zu DDR-Zeiten diente es komplett als Wohnraum.

Das Haus vor (linkes Bild) und nach (rechtes Bild) der Sanierung. Jetzt dient es, wie bereits zu DDR-Zeiten, in vollem Umfang als Wohnraum.

Große Wallstraße 40, das Wohnhaus der Familie Dieterle, im Jahr 2013. Dahinter das Grundstück von Horst Tessmann kurz vor dem Wiederaufbau der Großen-Wallstraße 39 im Jahr 1993.

Diese Aufnahme stammt aus den 1950er Jahren und zeigt die inzwischen abgerissene Scheune der Familie Dieterle.

Die Brücke über den Seitenarm der Elde wurde 1938 unter der Leitung von Adolf Heinberg von einem Lübecker Pionier-Bataillon gebaut.

Diese Aufnahme muss ebenfalls aus den 1950er Jahren stammen. Mit dem Bau der neuen Schleusenkammer 1953 bis 1955 wurden auf dem „Ascheberg“ die ersten Gärten angelegt.

Am rechten Bildrand sehen wir die Scheune der Großen-Wallstraße 40.

Diese wesentlich jüngere Aufnahme entstand um 1990 und auch aus einer anderen Perspektive.

Wann diese Aufnahme entstand, ist nicht bekannt. Über die Elde, am Schloßgarten und Schloß vorbei sehen wir u.a. das Haus von Dieterle (Große Wallstraße und rechts davon einige Gebäude auf der Bleiche.

In diesem 1949 errichteten Gebäude, es steht am Eingang zur Bleiche, hatte die freiwillige Feuerwehr von Neustadt-Glewe ihre Fahrzeuge und Unterkunft bis 1958.

Danach waren die Tischlerei und das Materiallager der Gebäudewirtschaft in diesem Komplex untergebracht.

Nach der Wende nutze der Bauhof das Gebäude für einige Jahre als Garage, Werkstatt und Lager.

Der Feuerwehr stand der Schlauchturm zunächst weiter zur Verfügung.

Zum Abschluss werfen wir noch einmal einen Blick auf den städtischen Bauhof.

aktualisiert:     30. August 2019

 

 

 

 

Gerhard Düker, 2015

 

Auskunft zur historischen Entwicklung der Straße erteilt:

Herr

Gerhard Düker

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