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Erhaltung des Bollbrügge-Denkmals - Bitte beteiligen Sie sich! -

02. 03. 2022 bis 30. 09. 2022

Am Umgang mit Gräbern erkennt man den Umgang mit der Geschichte …

was lange währt – wird gut!?  Viele wird die Nachricht in der Schweriner Volkszeitung, Ludwigsluster Tageblatt vom 21.01.2022 überrascht haben, aber alle Anzeichen sprechen dafür, dass das Bollbrügge-Denkmal auf unserem Friedhof nicht nur erhalten bleibt, sondern auch in der Lage sein wird, die nächsten Generationen an ein Stück ihrer Heimatgeschichte zu erinnern.

Blicken wir in die Geschichte:
Das Grabmal im Zentrum unseres Friedhofes ist das Letzte seiner Art. Es besteht aus einem Obelisken und einer Grabplatte und wurde im Jahr 1805 von der Neustädter Bevölkerung für den ehemaligen Mühlenpächter und Ratsherren Johann Ernst Bollbrügge sowie seine Ehefrau Carolina errichtet.

Das Betreiben der Neustädter Mühle, dort wo heute das ehemalige Wasser-/Diesel-elektrizitätswerk steht, hat Ernst Bollbrügge in die Lage versetzt, sich Zeit seines Lebens für sozial Schwache einzusetzen. Er wurde 1756 Bürger unserer Stadt.  Per Testament verfügte er, dass 1.000 Taler seines Vermögens in eine Stiftung überführt werden sollen. Von den Zinsen dieses Stiftungsvermögens, heute wären dies 50.000 Euro, wurden viele Jahre lang, unter der Obhut der Stadtverwaltung, armen Kinder der Schulbesuch ermöglicht und deren Familien unterstützt. Das Stiftungsvermögen ist, wie fast alle Geldstiftungen, in der Inflation von 1923 vernichtet worden.
Welchen Stellenwert das Handeln von Johann Ernst Bollbrügge für die Neustädter Bürger hatte verdeutlichen die Worte auf dem Obelisken und der Grabplatte, die jetzt wieder sichtbar werden sollen:

  • „Den Rathmann Johann Ernst Bollbrügge ehren im Tode hierdurch seine dankbaren Freunde 1805.“
  • „Ihn segnen lange viele, die durch ihn und seiner Stiftung des Unterrichts und der Pflege sich freuten.“
  • „67 rastlose Jahre genoss er das Leben weniger für sich als für die Freunde seines Hauses. Ihm schenkten Fürst und angesehene Männer Vertrauen zu wichtigen Werken.“
  • Ehrfurcht angesehener Männer, Vertrauen zu wichtigen Werken, nur 5 Jahre ließ für diese Stadt eifrig und rechtschaffen der Tod ihn sterben.“
  • Allhier ruhen die Gebeine des Weiland sen. Johann Ernst Bollbrügge, geb. 17. August 1731 und gestorben d. 20. Sept. 1798
    Allhier ruhen die Gebeine meiner Ehegattin Weiland Carolina Christina Hanna Bollbrügge geb. Gießen geb. 5. Sept. 1728 gest. 25. Juni 1805
  • Joh. 13 „Ich bin die Versuchung und das Leben… Wer an mich glaubet, der wird leben oder gleich streben und wer lebet und glaubet an mich, der wird nimmer mehr sterben.“

Der Zahn der Zeit hat nun seit mehr als 215 Jahren seine Spuren hinterlassen. Einige Teile sind bereits aus dem Sandstein gebrochen, eine Steinkugel ist gar schon abgestürzt.

Auf Initiative unseres Vereins wurde die Grabanlage 2014 in die Denkmalliste des Landkreises Ludwigslust-Parchim aufgenommen. Nun 2022 – acht Jahre später - scheinen Taten zu folgen. Auf der Sitzung des Ausschusses „Tourismus Kultur Sport“ (TKS) am 19.01.2022 wurde durch die Leiterin der Friedhofsverwaltung Frau Schauer ein Konzept inkl. Kostenvoranschlägen zur Erhaltung der Anlage vorgestellt. Erich-Werner Brandt, hatte die Möglichkeit dieses Vorhaben aus Sicht unseres Vereins zu kommentieren und zu unterstützen. Es musste festgestellt werden, dass eine Förderung durch andere öffentliche Stellen an der Höhe der Gesamtkosten aber auch am Zeitfaktor scheitert.

Es geht hier niemanden um einen Personenkult. Viele weitere Bürger haben sich um unsere Stadt verdient gemacht. Es gilt einfach ein Kulturgut zu erhalten, denn beim Abreißen und Entsorgen ist man heutzutage oft viel zu schnell.

Bereits in unserer Satzung vom Januar 1991 haben wir festgeschrieben: „Wir wollen… Kulturgut und Kulturdenkmäler unserer Stadt schützen und erhalten helfen.“ Daher hat der Vereinsvorstand beschlossen, den „Refinanzierungsfond Denkmäler“ unserer Stadt mit 500 Euro zweckgebunden zu unterstützen. Weitere 500 Euro stellen wir zweckgebunden für die Pflege der Umgebung des Bollbrügge-Denkmals, wie Anschaffung plus mehrjähriger Bepflanzung einer Blumenschale und das Aufstellen einer widerstandsfähigen Sitzmöglichkeit zur Verfügung.

Liebe Neustädterinnen, liebe Neustädter und liebe Gäste der Stadt,

Bitte beteiligen Sie sich an der Spendenaktion zur Restauration des Bollbrügge-Denkmals zu der unsere Bürgermeisterin Frau Doreen Radelow im Februar aufgerufen hat.

Hier die Daten des Spendenkontos: IBAN DE15 1405 2000 1540 0000 24

 
 

Veranstalter

Kultur- und Heimatverein Neustadt-Glewe e.V.

Parchimer Straße 2
19306 Neustadt-Glewe

Telefon (038757) 23022
Mobiltelefon (0172) 5378968

E-Mail E-Mail:
www.khv-neustadt-glewe.de

 

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